
Ich war schon ein wenig verärgert darüber, dass ich vor einiger Zeit zwar meinen USB Rubber Ducky in Empfang nehmen konnte, doch der Nutzen für mich bisher leider stark begrenz ist. Problem beim Rubber Ducky ist, das die aktuelle Firmware lediglich US-Keyboard Layouts unterstützt und geschriebene Scripts daher nicht funktionieren, sofern man ein deutsches oder UK Layout benutzt. Nein… man kann nicht einfach entsprechend andere Keys im Script nutzen, da scheint ein dicker Wurm drin zu sein, welchen das Hak5 Team um Darren Kitchen schnellstmöglich aufspüren wollte.
Doch wie das so bei Tech-Nerds ist, haben diese stets ein zusätzliches Projekt im Ärmel und lassen andere daher vorerst liegen. So hat sich Darren zunächst um die Weiterentwicklung des Wifi Pineapple gekümmert und diesen nun als Mark III auf den Markt gebracht. Ein wirklich geniales Stück Hardware bzw. Software, denn die veränderte Firmware bietet jedem Wifi-Ninja eine ganze Menge interessanter Features und Möglichkeiten.
In der aktuellen Folge von Hak5 stellen Darren und Shannon den Wifi Pineapple Mark III vor. Eine interessante Folge, welche man sich ansehen sollte, sofern man über ausreichend technolust und Interesse diesbezüglich verfügt. ![]()
Worum geht es, was ist Wifi Pineapple?! Im Endeffekt, kurz und knapp, handelt es sich um einen ganz normalen Router, dessen Firmware verändert und erweitert wurde. Neben der veränderten Firmware befindet sich Karma in Form von Jasager auf dem Router. Das eigentliche Interface von Jasager wurde im Mark III noch ein wenig erweitert, um vorhandene Tools benutzerfreundlicher ausführen zu können. Hier wurde neben Karma auch URL Snarf, DNS Spoof, ngrep, deauth via Aircrack-NG und noch einiges mehr integriert und das ist gut so. ![]()
Was macht man nun damit!? Nun, erstmal kommen einem in Bezug auf die genannten Features böse Gedanken in den Kopf, man kann das Gerät aber auch durchaus zu nützlichen Dingen einsetzten, wie z.B zu Penetration Test. Wäre ich beispielsweise der Admin eines Unternehmens, welches WLAN im Einsatz hat, würde ich mit diesem Gerät potentielle Lecks aufspüren.
Nun mal ein ganz, ganz simples Beispiel, welches auch nicht Nerds verstehen dürften. Von 10 Benutzern, die ich kenne, haben 9 aus Bequemlichkeit die Clients – sprich die Geräte, die im heimischen WLAN zum Einsatz kommen – so eingestellt, das diese sich direkt mit dem voreingestellten WLAN verbinden. Dies betrifft alles, was irgendwie eine WLAN-Verbindung aufbauen kann, also Desktop-PCs, Notebooks, Netbooks, Tablets, Handys oder Smartphones, ja sogar Spielkonsolen.
Damit dies umgesetzt werden kann, senden die Clients im WLAN-Betrieb sogenannte Probe-Requests. Dieser Request ist vereinfacht dargestellt, das Anfragen des Clients, ob das vorkonfigurierte heimische Netzwerk in der Nähe ist. Angenommen Euer WLAN nennt sich ‘Wurstwasser’, dann fragt Euer Gerät ständig nach -“Hallo Wurstwasser, ist hier irgendwo Wurstwasser in der Nähe?“.
Wifi Pineapple, bzw. Jasager kontrollieren nun ständig, ob es solche Clients in der Nähe gibt, welche diesen Probe-Request aussenden. Trifft man nun auf Euer Gerät, welches nach Wurstwasser sucht, dann sagt Jasager – daher der sinnige Name – ja hier, ich bin Wurstwasser, Dein heimisches Netzwerk, Du kannst Dich zu mir verbinden. Euer Gerät verbindet sich dann zum Wifi Pineapple, von hier aus wird Eure Verbindung dann z.B. „durchgeschliffen“ zum Internet, sodass Ihr den Unterschied nicht ansatzweise merkt.
Jetzt ist Wifi Pineapple der Man-in-the-middel und man kann z.B. schauen, was Ihr so an Traffic verursacht, welche Daten Ihr hin und her schiebt, oder man kann die Euch angezeigten Informationen verändern. Klingt nicht gefährlich genug, weil Ihr ja nichts zu verbergen habt?!
Ok, nehmen wir den letzten Punkt, das Verändern der Informationen. Ihr befindet Euch also im Internet, vielleicht in einem netten Café und denkt Euch, ich aktualisiere jetzt meinen Status bei Facebook und teile mal meinen Freunden mit, wo ich grade bin.
Dazu ruft Ihr ganz normal facebook.de auf. Ein DNS-Server verarbeitet Euren Aufruf und leitet diesen an die IP xxx.xxx.xxx.xxx weiter, welche sich hinter facebook.de verbirgt. Der böse Mensch, der Euch als Victim auserkoren hat, richtet alles so ein, dass Euch der Aufruf nicht an die richtige IP-Adresse, sondern an yyy.yyy.yyy.yyy weiterleitet, wohinter sich eine gefälschte Seite von facebook.de verbirgt, welche z.B. local auf einem Laptop läuft.
Da Ihr ja nichts Böses ahnt, werden von Euch die Zugangsdaten eingegeben. Nach diesem „Login“ leitet Euch der Angreifer dann auf die richtige Seite von facebook.de um. Hier müsst Ihr Euch dann erneut anmelden und 99% aller nicht Nerds, ahnen jetzt nicht, dass Ihre Zugangsdaten sich bereits in fremden Händen befinden. Denkt dran, facebook.de ist hier nur eins von vielen möglichen Beispielen.
Es gibt natürlich auch Wege, sich grad mobil gegen diese Art von Angriff zu schützen. Einer der besten Wege dazu ist schonmal, das automatische Verbinden zu WLAN-Netzwerken zu deaktivieren und keine öffentlichen Spots zu nutzen. Man sollte darauf achten, stets HTTPS-Verbindungen zu benutzen, hier ist das HTTPS-Everywhere Plugin für Firefox sehr hilfreich. Oder man nutzt ein VPN oder SSH-Tunnel, was dann allerdings wieder nicht für jeden leicht umzusetzen ist. Doch dazu ggf. später mehr, jetzt erst die aktuelle Hak5 Episode 1013 anschauen…




















