
Wer kennt ihn nicht, den Titelsong von Cannon Fodder, welcher uns 1993 von Sensible Software als Intro zu einem der beliebtesten RTS seinerzeit präsentiert wurde?! Die synaptischen Pixel-Soldaten haben – zumindest meine Generation – Stunden an Commodores Amiga gefesselt.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass dieses Spiel damals für Empörung ganzer Länder gesorgt hat. So wurde der erste Teil bereits im Erscheinungsjahr indiziert – das hat früher halt immer ein wenig gedauert – aufgrund der Gewaltdarstellung, der Ironie mit der das Thema Krieg behandelt wurde und in England sogar wegen des anstößigen Titelbilds.
Das Titelbild zeigte die Blüte einer Mohnblume, welche in England symbolisch für gefallene Soldaten und Veteranen steht. In Kombination mit dem Song „War never been so much fun“, war dies damals für England die Entehrung des Soldatentums. Auch makabre Späße, welche im Spiel eingebaut waren, sorgten für Unmut. So konnte man bereits gefallene Soldaten durch erneuten Beschuss durch die Luft fliegen lassen, wobei sie zu jedem Treffer einen Schrei ausgestoßen haben.
Der zweite Teil wurde ein wenig entschärft, so wurde das Schlachtfeld nun ein wenig futuristischer dargestellt und man kämpfte gegen Außerirdische. Dennoch wurde der Titel indiziert und das auch weitaus schneller als sein Vorgänger. Gefallene Gegner konnte man noch immer in der Luft tanzen lassen und die symbolischen Grabsteine aus dem ersten Teil, wurden durch aufgespießte Schädel ersetzt. Kinderkram im Gegensatz zu heutigen Videospielen, zumal es sich wirklich um Pixel handelte.
Im Januar habe ich zum ersten Mal bei Gamezone von einer Fortsetzung gelesen und Cannon Fodder 3 schien zum Greifen nahe. Oft habe ich mir diesen Titel als Arcade Game für XBL oder PSN gewünscht und nun scheint sich dieser Wunsch ggf. auch zu erfüllen. Zumindest ist er nicht mehr ganz abwegig, was man nach dem Interview zwischen Stefan Keller und Publisher GFI auf IchSpiele.cc meinen könnte.
Ich freue mich sehr auf einen dritten Teil und bin gespannt, wie dieser wird. Erste Screenshots und Clips zeigen eine Spielwelt mit 3D-Objekten, welche ich selbst nicht unbedingt haben müsste. Mir würde die Pixelgrafik ebenfalls sehr gut gefallen — gut, in einer weitaus höheren Auflösung, aber generell fand und finde ich diese Optik sehr gut, das hatte Sensible Software wirklich drauf.
Aus dem Interview geht hervor, das man nun nicht mehr ‘nur’ alles töten muss, sondern es durchaus Aufgaben zu erfüllen gibt. So gibt es Missionen in denen Geiseln befreit und gerettet werden, Stützpunkte eingenommen, Datenträger eingesammelt und Positionen verteidigt werden müssen. Was das Spiel noch so auf dem Kerbholz haben wird und wie zuversichtlich GFI ist, erfahrt Ihr im Interview.
Das Spiel ist im Moment in der Entwicklung für die Xbox 360 und den PC. Es soll noch 2011 auf den Markt kommen. Ich für meinen Teil hoffe, dass die Toleranz für Satiren und Ironie in Gegensatz zu früher nun ein verträgliches Level erreicht hat und man wieder auf harte Missionen, klasse Sound und schwarzen Humor hoffen darf. Btw. nach dem folgenden Clip bin ich mir zwar sicher, dass die Musik wieder rocken wird, eine ‘Neuauflage’ des alten Titelsongs würde ich persönlich aber wirklich sehr nett finden. ![]()












