Angespielt: Rage

    Angespielt ist in diesem Falle gut gesagt. Ich habe Rage nun runde 11 Stunden gespielt und es ist noch kein Ende in Sicht. Kein Wunder, wo Matt Hooper von id Software die Spielzeit für Haup- und Nebenquests in einem Interview mit ungefähr 25 Spielstunden beziffert. Diese 25 Spielstunden kann man auch Koop absolvieren, was recht unterhaltsam werden dürfte, aber von mir noch nicht getestet wurde.

    In Rage schlüpft man in die Rolle eines Arche-Besatzungsmitglieds. Diese Archen waren ein Projekt der Regierung, deren Teilnehmer ausschließlich Freiwillige waren. Diese sollten die Zivilisation nach dem bevorstehenden Aufprall eines Asteroiden wieder aufbauen. Sie werden in einen Kälteschlaf versetzt um so auf bessere Zeiten warten zu können. Nicht alle haben die Wartezeit von 106 Jahren überlebt und die Welt sieht auch nicht aus wie angenommen. Den Aufprall des Asteroiden haben mehr Menschen überlebt, als gedacht.

    Es haben sich Siedlungen gebildet, in welchen es sich fast gesittet leben lässt. Räuberbanden machen das Ödland unsicher und zu allem Überfluss, gibt es die ‘The Authority’ – die Regierung, welche nicht überall gerne gesehen ist. Als wenn das nicht schon genug wäre, muss man stets mit Angriffen durch Mutanten rechnen, welche allem Anschein nach durch die kosmische Strahlung des Asteroiden auf den Plan gerufen wurden… doch diese Vermutung scheint trügerisch.

    Als Überlebender der Arche ist man ein gefragtes Objekt, denn die Regierung ist sehr an uns interessiert und Banditen wittern einen fetten Deal für schnelles Geld. Es stellt sich heraus, das die Besatzungsmitglieder der Arche durch Nanobots gepimt wurden, zudem verfügen sie über einen ‘integrierten’ Defibrillator, welcher uns ggf. das Leben retten kann und das ist auch bitter nötig. An Board jeder Arche befinden sich ID-Discs, welche für die Regierung wertvolle Informationen enthalten und Stück eines Puzzels um das üble Treiben der Obrigkeit sind.

    Das Spiel kommt für die Xbox 360 auf 3 DVDs daher. Es ist ratsam mindestens die ersten beiden DVDs auch zu installieren, denn dies verringert nicht nur die Ladezeiten, sondern verhindert auch das unschöne Aufpoppen von Texturen. Generell sind die Texturen in dem Spiel stellenweise sehr matschig. Doch dies bricht der Mad Max Endzeitstimmung nichts ab und es bleibt auch oft keine Zeit, sich damit zu beschäftigen.


    Ungewöhnlich für ein Spiel von id Software ist es, das man sich via Quests durch das Spiel hangelt. Dabei gilt es zahlreiche Aufgaben und Nebenquests zu erfüllen, was mich ein wenig an Borderlands erinnert… an Borderlands ohne RPG-Elemente. Hätte id derartige RPG-Elemente eingebaut, wäre Rage sicherlich ein besseres Borderlands geworden. ;)

    Durch Abschluss von Missionen bekommt man klingende Münze oder erspielt sich weitere Gadgets. Während der Missionen findet sich in der Spielwelt allerlei Tand, welchen man beim Händler ebenfalls gegen Asche eintauschen kann. Das so verdiente Geld, investiert man in Waffen, Munition, Baupläne oder Verbrauchsgüter. Dank Bauplänen ist es dann möglich, z.B. verbesserte Munition herzustellen, Wachroboter, Selbstschussanlagen oder Zubehör wie Schlossknacker. Insgesamt gesehen eine interessante Angelegenheit.

    Es gibt noch mehr Wege an Geld zu kommen, so kann man z.B. in größeren Siedlungen an Autorennen teilnehmen, in welchen man sich nicht nur zeitlich messen kann, sondern auch durch den Einsatz von Waffengewalt. Bestückt mit Minigun, Rakten, Minen, Hover-Geschützen und weiteren Nettigkeiten, kann man sich wahrlich heisse Rennen liefern. Doch auch durch Karten und Würfelspielen ist ein schneller Dollar zu machen.

    Besonders gut gefällt mir das Gunplay, denn Rage ist ansonsten ein Shooter der alten Schule. Ganz in id Manier gibt es ein klasse Waffenarsenal, welches durch Upgrades schlagkräftiger wird und durch bis zu vier unterschiedlichen Munitionstypen keine Wünsche offen lässt. Besonders gut gefällt mir der Wingstick ein Bumerang mit tödlichen Klingen bestück und durch Elektronik sehr treffsicher und effektiv. Auch die Armbrust weiss durch Elektro-, Dynamit- und Hypnobolzen zu gefallen. Letztere lassen die Kontrolle des Gegners zu, bevor man diesen effektvoll in die Luft jagt. Gegner lassen sich mit diesen Waffen in ihre Einzelteile zerlegen, so wie man es aus dem Hause id gewohnt ist.

    Die Storyline ist ein wenig flach und schwammig und es will zu Beginn auch keine richtige Stimmung aufkommen. Erst im späteren Spielverlauf werden die Gegner anspruchsvoller und die Spannung steigt. Der Sound ist super und die Geräuschkulisse in verlassenen U-Bahn-Tunneln kann schon für einen kurzen Schockmoment sorgen. Zudem sind die gegnerischen Mutanten wirklich sehr fix, hangeln sich an Wänden und unter den Decken entlang und können den Spieler so von jeder Seite aus angreifen.

    Ich bin gespannt, wie lange ich noch an dem Spiel sitzen werde. Als FPS ist Rage auf jeden Fall sein Geld wert. Wer auf Oldschool-Action steht und sich fernab der Story eine Auszeit nimmt, um vielleicht Rennen zu fahren, der wird gut unterhalten. Das Gameplay ist gut, die Steuerung geht einem Super von der Hand und so steht dem gepflegten Ballerspaß nichts im Wege.

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    via: Gamespot


    Posted on by Otti in Games, Review, Xbox 360

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