Gamdschie’s Märchenstunde

    Ich habe nun die Zeit gefunden, mir endlich „Der Herr der Ringe – Die Abenteuer von Aragon“ für die PS3 einmal anzuschauen, welches mir schon vor einiger Zeit von insidegames.ch zur Verfügung gestellt wurde. An dieser Stelle recht herzlichen Dank dafür und einen Gruß in die Schweiz.

    Das Spiel ist schon ein wenig älter, wenn ich richtig informiert bin, ist es bereits am 14. September 2010 für die Nintendo Wii, Nintendo DS, PlayStation 2 und 3, sowie für die PlayStation Portable erschienen. Doch das ist ja nicht weiter tragisch, denn ein Videospiele-Junkie spielt, was ihm vor das Pad kommt. Das Spiel passt nicht in mein Beuteschema, doch man schaut sich ja auch gerne mal an, was die Neffen und Nichten so zocken könnten.

    In diesem Ableger der niemals endenden HdR Umsetzungen erzählt Frodos Begleiter Samweis Gamdschie, seinem Nachwuchs die fantastischen Geschichten aus vergangenen Tagen. Das bedeutet in diesem Fall, es wird die HdR Geschichte ab dem Zeitpunkt erzählt, ab dem Aragon zum ersten Mal in Erscheinung tritt.

    Im Grunde ist es eine nette Idee, dem Spieler eine auf diese Art erzählte Geschichte nachspielen zu lassen, zumal das Gameplay ganz stark an Zelda erinnert und somit vielen direkt vertraut sein dürfte. Doch leider ziehen dunkle Schatten über Mittelerde hinweg, welche sich negativ auf den Spielspass auswirken.

    Die Quests bieten nicht den kleinsten Hauch von Spannung und halten sich überwiegend an das Schema – Laufe von A nach B, sammel dabei C und / oder D und verprügel ggf. E. Spieler, die Stupides Abarbeiten eines Spiels mögen und dies ohne jegliche Form von Anspruch, dürften begeistert sein, denn wichtige Personen, Gegenstände und Wegpunkte blinken stets in bunten Farben. Sollte man trotz dieser optischen Hervorhebung mal vom rechten Pfad abkommen, kann man sich durch Einblenden einer funkelnden Spur wieder auf den richtigen Kurs bringen lassen.

    Ja, gut, sicher… das Spiel ist freigegeben ab 12 Jahren, aber es muss ja nicht generell davon ausgegangen werden, dass unsere Jugend gänzlich verblödet ist und daher jede Eigeninitiative im Keim erstickt werden muss. Das Gameplay kann man wirklich mit dem der Zelda-Reihe vergleichen, doch Story, Spannung, der Drang etwas zu erkunden oder sich mit NPC’s zu unterhalten, sind hier wirklich mager. Die virtuellen Stützräder in Form von Funkeln und Hervorhebungen lassen das Spiel schnell an einem vorbeifliegen.

    Die schlechte Kollisionsabfrage sorgt dann noch zusätzlich für Frust. So wird man beispielsweise von Gegnern getroffen, obwohl man sich hinter diesen befindet oder ein ganzes Stück von ihnen entfernt steht. Die Steuerung wirkt sehr gediegen, sie ist mit dem Pad nicht schlecht, aber weit entfernt von wirklich gut. Die Move-Unterstützung hätte man sich getrost klemmen können, denn diese ist absolut ungenau.

    Optisch werden Aragons Abenteuer in bunter Knuddelgrafik präsentiert, welche schön anzusehen, der PS3 aber auf keinen Fall würdig ist. Man sieht deutlich, dass dieses Spiel für Wii und Co konzipiert wurde. PlayStation Move ist wohl der Grund dafür, dass es der Titel auf die PS3 geschafft hat, schließlich wurde Casual Futter benötigt.

    Ich habe das Spiel nun eine ganze Stunden gespielt und es dann aus der Konsole genommen. Es ist ganz nett und sicherlich ein Titel, mit dem man die ‘Kleinen’ ein wenig beschäftigen kann und diese sitzen wirklich mit wachsender Begeisterung davor. Doch mit Aragons Abenteuer wird der totale Core-Junkie nicht einmal ansatzweise befriedigt, selbst wenn dieser mitten im kalten Entzug stecken würde.


    Posted on by Otti in Games, PS3, Review

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