
Nachdem ich vor einiger Zeit dank PlayStation Plus die Multiplayer Beta von Killzone 3 anzocken konnte, war ich direkt von dem Look and Feel des neusten Shooters aus dem Hause Guerilla Games angefixt. Seit gestern bin ich im Besitz der Collectors Edition, welche in einer schicken Blechülle und mit ein paar Extras daherkommt. So erhält man nach Eingabe des Gutschein Codes ein Retro-Mappack, welches zwei bekannte Schlachtfelder aus Killzone 2 beinhaltet, ein dynamisches Design zur mehr oder weniger erfolgreichen Verschönerung des virtuellen Spielzimmers und den kompletten Killzone 3 Soundtrack, als Download.
Auch die Singleplayer Demo konnte man im Vorfeld via PSN beziehen und spätestens nach dieser Demo war für mich klar… dieses Game muss ich haben. Aber warum?! Leider habe ich den ersten Teil der Reihe nie gespielt, den zweiten Teil habe ich mir gegönnt, als ich mir die PS3 vor rund einem Jahr zugelegt habe und hier wurde ich in der Singleplayer Kampagne bereits gut unterhalten. Die Story hat mich damals nicht groß interessiert — ich wollte einfach nur ballern.
Vor dem Kauf von Killzone 3, habe ich mich jetzt ein wenig mit der Story des Spiels befasst, um das Versäumte nachzuholen. Manch ein Spieler behauptet ja, die Story sei recht flach bis nicht vorhanden, doch wenn man sich erst einmal eingelesen hat, merkt man schnell, da steckt doch einiges mehr dahinter. Es wäre jetzt sehr umfangreich und ausschweifend, die Story hier aufzugreifen. Wie üblich haben letztendlich Gier und Macht die Menschheit an den Abgrund getrieben, was einen erbitterten Krieg mit sich gezogen hat. Wer Interesse daran hat, sich die gesamte Geschichte von den Jahren 2055 bis 2359 durchzulesen, der sollte einen Blick auf diesen Beitrag im PS3Blog werfen.
Kommen wir zu Killzone 3. Dieser Teil knüpft direkt an die Ereignisse des Vorgängers an und bringt den Spieler durch eine gute Einleitung bzw. einem Tutorial direkt ins Geschehen. Scheinbar schlüpft man zu beginn des Spiels in die Rolle eines Helghan und bereits zu diesem Zeitpunkt wird einem unmissverständlich klar, das die Inszenierung wahrlich bombastisch ist. Ich bin beim besten Willen keine Grafik-Hure. Mir kommt es in erster Linie darauf an, das mich ein Spiel fesselt, spielerisch anspricht und für die abgedrückten Euronen ordentlich unterhält. Doch Killzone 3 präsentiert sich als derart detailreich, dass einem dabei glatt einer abgehen könnte.
Man kann es so direkt nicht in Worte fassen. Es gibt nicht viele Videospiele, die mich optisch derart ansprechen, aber was hier aus der PS3 rausgekitzelt wurde, ist wirklich supergenial. Die komplette Umgebung, weit entfernte Objekte, die Waffen und die Charaktere, sind fast schon überseht von vielen kleinen Details, welche sich nahtlos in das Gesamtbild einfügen und von Partikeleffekten ohne Ende begleitet werden. Zusammen mit dem klasse Soundtrack und den teilweise derben Effekten, erfährt man hier in insgesamt neun Kapiteln, ein spielerisches Erlebnis allererster Kajüte.
Der klasse Sound versetzt den Spieler direkt in die Kampfzone und spätestens dann, wenn man die Minigun aufschreien lässt, um sie durch eine Reihe von Gegnern zu schwingen, spätestens dann wird einem klar, dass Look and Feel wie die Faust aufs Auge passen. Nicht ganz so sauber kommt die deutsche Synchronisation daher, doch im Großen und Ganzen ist dieser Kritikpunkt ein wirklich kleines Übel und wer möchte, der kann die originale Tonspur nutzen.
Im Gegenteil zum Vorgänger, komme ich hier wesentlich besser mit der Steuerung klar. Diese kann man sich fast komplett an die persönlichen Bedürfnisse anpassen. Wer mag, der darf seinen Schießprügel auch mit PlayStation Move bedienen. Das Spiel ist in 2D und 3D spielbar. Wer einen 3D-Fernseher sein Eigen nennt, kann sich den optischen Leckerbissen auch stereoskopisch um die Ohren hauen lassen. Für eine angenehme Kommunikation im Multiplayer, werden sowohl USB, als auch Bluetooth Headsets unterstützt.
Die KI ist wirklich gut gelungen, so gehen die Gegner taktisch klug in Deckung, wechseln die Positionen oder werfen sich mal im Sprung auf den Boden, um Euch lang weg von unten unter Beschuss zu nehmen. Wären die Feuergefechte nicht derart bombastisch inszeniert, die Kampagne so abwechslungsreich und das Ganze von dieser ‘geilen’ Grafik gekrönt, wäre der Mangel an Innovationen ein wirklich gewichtiger Punkt.
Neben dem Multiplayer, bietet Killzone 3 auch eine Koop-Kampagne und die Botzone, in welcher man seine Kampffertigkeiten im Kampf gegen computergesteuerte Gegner verbessern kann. Bereits während der Multiplayer Beta habe ich für mich festgestellt, das mir hier eindeutig mehr Spielspass als beispielsweise bei Call of Duty geboten wird – was ja auch nicht wirklich schwer ist.
Ich habe mir fest vorgenommen, mich mit Killzone 3 auch online eine ganze Weile zu beschäftigen. Doch zuvor werde ich hoffentlich die Kampagne erfolgreich meistern. Diese habe ich nun direkt auf Veteran gestartet, eine Umstellung zu einem späteren Zeitpunkt scheint hier nicht möglich zu sein.
Wie man meinem ersten Eindruck entnehmen kann, bin ich also schwer begeistert von dem Spiel. Ob sich diese Euphorie halten wird, wie sich Story und Kampagne für mich darstellen und was der Multiplayer anzubieten hat, werde ich dann in einem eigenen Beitrag zum besten geben. Doch vorerst habe ich einen Auftrag zu erfüllen…


